Bali Kino
 Teltower Damm 33
 14169 Berlin
 Tel.: 030 / 811 46 78
 Fax: 030 / 812 99 538

 

Pressestimmen:




Kinoprogrammpreis 2007 geht ans BALI-Kino


Leidenschaft, Kreativität und ganz viel Enthusiasmus für anspruchsvolles Kino




Kinoprogrammpreis würdigt die Kinomacher Berlin- Brandenburgs

 

Der Kinoprogrammpreis Berlin- Brandenburg wurde am 14. Juni verliehen und würdigt zum 9. Mal herausragendes Engagement für ein besonders vielfältig, innovativ und anspruchsvoll gestaltetes Kinoprogramm.

 

Mit einem Hauptpreis à 12.000 EUR wird das Bali-Kino zum 7. Mal in Folge ausgezeichnet, weil "vom Frühstückskino bis zur Kurzfilmnacht, hier ein Programmkino in einem ansonsten kinoschwachen Bezirk hoch engagiert geführt und nebenbei zwangsläufig zum soziokulturellem Zentrum wird", so die Begründung der Jury.

 

Wir freuen uns sehr!

Das Bali-Kino

 




Rund ums Karree vom März 2007


Film ab!

Im Südwesten haben Kinogänger die Wahl zwischen ganz verschiedenen Häusern. Hier werden Klassiker und Blockbuster in schönem Ambiente gezeigt

 

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Schön ist das in einem kleinen Flachbau ansässige Bali-Kino nicht, zumindest nicht von außen. Innen zieren immerhin Plakate berühmter alter Filme die Wände- von Feillinis "Roma" bis zu Orson Welles' "Citizen Kane". Groß ist das Bali auch nicht, nur 128 Zuschauer finden im einzigen Saal Platz. Doch dafür bietet die Filmbühne am S-Bahnhof Zehlendorf eines der anspruchsvollsten Programme Berlins. Das Arthouse-Kino wird deshalb seit Jahrzehnten für sein Repertoire ausgezeichnet. Darüber hinaus gibt es Konzerte, Lesungen und Kindertheateraufführungen.




Der Tagesspiegel 5.9. 2006


Satte Stadt

Die Erben- Gemeinschaft

 

Sie ist Zehlendorferin durch und durch. "Mein Herz schlägt hier, hier ist mein Lebensmittelpunkt", sagt Helgard Gammert. Ihr gehört das Bali-Kino, eine Institution, mit vielen Preisen ausgezeichnet. Sie fühlt sich aufgehoben im Bezirk. Zehlendorf, sei für sie, spontan gesagt: Bildunsgbürgerschaft, wenig Arbeitslose. Die Menschen durchaus offen, liberal in der Grundhaltung. Der Zehlendorfer, sagt sie, überlegt, wo er sparen kann. Sie spricht vom Geiz der Leute, die Geld hätten. Von einer gewissen "Konsummuffigkeit", die sich auch daran zeige, dass die Geschäfte am Teltower Damm so oft wechselten. Eine offenkündig gut sittuierte Frau sagte ihr kürzlich an der Kinokasse: "Was, sechs Euro? Ich will einen Film sehen, nicht das Kino kaufen." Zehlendorf ist "eine Insel, eine Rückzugsinsel". Die Palme war lange Markenzeichen des Bali, eins abgekürzte Version von Bahnhofs-Lichtspielen.

 

Der Anteil der Leute, die gelassen sein können, ist hier groß, sagt sie. Ein bissschen scheint es Helgard Gammert, als sei die Zeit in Zehlendorf stehen geblieben. Der Zusammenschluss mit Steglitz- nicht wirklich vollzogen. Ihre Kinder leben dort- sie sagt das, als wäre Steglitz sehr, sehr weit weg. Die Schloßstraße? "Mag ich überhaupt nicht, ein Schlag zu viel."

Die Zehlendorfer, sagt sie, fühlten sich überlegen, und doch irgendwie von Steglitz dominiert. Ist das auch wieder typisch Zehlendorf?

Sie liebt den Teltower Damm- zwischen Potsdamer Strasse/ Clayallee und S-Bahnhof. Sie liebt die kleineren Seen, die Krumme Lanke, den Schlachtensee. Vor allem aber den mexikoplatz. Nach jedem Urlaub fährt sie dorthin, setzt sich auf die Bank. "Der Platz, hat was." Als sie vor Jahrzehnten nach Zehlendorf kam, spürte sie Aufbruchstimmung. Da gab es noch die links-liberale Wählergemeinschaft Unabhängiger Bürger (WUB), die das gewohnte Parteigefüge eine Zeit lang durcheinanderbrachte. Helrgard Gammert selbst fühlt sich "weltanschaulich frei". Will eine Partei für eine Veranstaltung ihr Kino mieten, sagt sie nein. Politisch spürt sie im Bezirk Stillstand. Kulturell gebe es viele private Aktivitäten, leider nicht vernetzt.

Schlimm findet es die 62-jährige, dass dem Bezirk die jungen Leute weglaufen. Als sie vor vielen Jahren das Kino übernommen habe, konnte sie vor vollem Haus noch viel mehr Kinder - und Jugendfilme zeigen. "Aber nach dem Abi gehen die Kinder weg. Mitte zieht, das wäre mir als Jugendlicher auch so gegangen." Mit 35, 40 überlegen die "Kinder" dann, ob sie  wiederkommen sollten, ob sie sich Zehlendorf leisten könnten.

 

"Übrig bleiben Leute, die Häuser geerbt haben." Der Bezirk, sagt Helgard Gammert, wirkt relativ satt und heil. Aber die Jugend gehöre nicht auf eine Insel, die müsse was bewegen. Zehlendorf habe das Problem, dass abends nicht viel los sein. "Ich bin abends die Letzte, die hier am Teltower Damm rumläuft." Klar, am Wochenende geht der Zehlendorfer "in die Stadt".

 




Der Tagesspiegel vom 9.7.2004


Das Kino bin ich

Helgard Gammert gehört seit 1979 das Zehlendorfer Bali-Kino. Jedes Jahr erhält sie Preise fürs Programm

 

An Spider-Man kommt niemand vorbei – mit riesigem Werbeaufwand ist gestern das neueste Abenteuer des Actionhelden in den Kinos gestartet. Fern von allem Tamtam und grellen Computertricks setzt ein Kino auf Schwarzweiß. Das Zehlendorfer Bali-Kino zeigt "Orphée" von Jean Cocteau, einen Streifen aus dem Jahr 1949. Kontrastprogramm läuft am Teltower Damm 33 aber nicht nur an einem Tag, sondern das ganze Jahr. Dafür gab es am Mittwoch eine Auszeichnung für Bali-Besitzerin Helgard Gammert. Sie erhielt einen der 16 "Kinoprogrammpreise Berlin-Brandenburg", mit dem die besten Filmangebote der Region gewürdigt wurden.

 

Betritt der Besucher das Bali-Kino, so gelangt er in eine vergangene Zeit: kein Glaskasten, in dem ein Angestellter die Tickets ausdruckt, sondern ein Tischchen, an dem die Besitzerin sitzt und jeden Filmfan persönlich begrüßt. Die Ankündigung für den Film des Abends flimmert nicht über einen Monitor, sondern steht auf einem Plakat. Der Kinosaal selber erinnert eher an ein Varieté: Es gibt eine kleine Bühne, an einer Wand mit alten Filmpostern steht ein Piano, die Reihen mit den 110 weinroten Sesseln steigen nur sanft an. Vor der ersten Reihe befindet sich sogar ein Tanzboden. Kein Wunder, dass im Bali nicht nur Filme laufen.

 

Es gibt Dichterlesungen, Kunstausstellungen, Vorträge und Tanzabende. Helgard Gammert organisiert alles selbst, auch Stummfilmabende, bei denen das Klavier zum Einsatz kommt. "Früher hat hier Willy Sommerfeld gespielt", erzählt sie stolz. Sommerfeld, vor kurzem hundert Jahre alt geworden, war bereits in den 20er Jahren Stummfilmpianist.

 

Helgard Gammert hat das Bali-Kino 1979 vom Filmförderer Manfred Salzgeber gekauft, der das Haus in den 70ern zum politischen Forum gemacht hatte. Aber als die heute 59-Jährige das Theater kaufte, war politisches Kino nicht mehr modern. Die Liebe zur Kultur und ihre Offenheit waren es, die Helgard Gammert neue Wege gehen ließ. Denn "das Bali war für mich das Kino schlechthin", sagt die Kinobesitzerin, deren Lieblingsfilm "Kinder des Olymp" ist. "Er ist ein Konglomerat von Träumen", sagt Helgard Gammert. Sie lebt ihren Traum.

 

Seit 25 Jahren gehört ihr nun das Bali-Kino. In jedem Jahr ist es für das Filmprogramm ausgezeichnet worden. So viele Preise muss Spider-Man erst mal bekommen.

 




Die Welt vom 14.2.2005


Das Bali bittet zum Buffet

Kino wird renoviert und erhält Gastronomie - Eigentümerin plant Jazzkonzerte und spezielle Themenabende

 

Berlin - Längst ist es eine Legende geworden: das Kino Bali ("Bahnhofslichtspiele") am S-Bahnhof Zehlendorf. Seit 1946 wird der Tanzpalast aus den 20er-Jahren als Kino genutzt. In Zeiten, in denen Multiplexkinos die kleinen Häuser vom Markt verdrängen, konnte sich das Spartenkino mit 100 Plätzen am Teltower Damm 33 behaupten und profilieren. Und nicht nur das: Jetzt wird es sogar noch ausgebaut und um das "Oscars" erweitert.

 

Die Location soll als Bar, Foyer und Veranstaltungsort dienen. Ende April starten im Bali noch mehr Angebote rund um das Thema "Film". Neben Tangonächten, Kinderfrühstückskino und Länderprogrammen, die heute schon viel Erfolg haben, wird es dann weitere Veranstaltungen wie Jazzkonzerte und Themenabende mit Musik und Büffet geben.

 

Kinobetreiberin Helgard Gammert hat sich dazu mit dem Kulturmanager Uwe Wildenhayn zusammengetan. Seit sechs Jahren schwebt ihnen ein gemeinsames Konzept vor, das sie eigentlich im Primuspalast an der Gartenstraße 12 umsetzen wollten. Nachdem sich lange Zeit kein Investor für das Wohn- und Geschäftshaus mit Theatersaal aus dem Jahre 1876 gefunden hatte, gaben beide ihre Idee vorerst auf.

 

Eine neue Chance bot sich, als das Geschäft neben dem Kino auszog und der Laden leer stand. Nach einer kurzen Zwischennutzung durch eine Galerie kam der ehemalige Banker Uwe Wildenhayn zum Zug. Er hat den Laden, der direkt an den Kinosaal grenzt, gemietet und jetzt mit den Vorbereitungen

zum Umbau des Geschäfts zum Café begonnen. Genauer genommen könnte es auch als neues großes Kinofoyer mit Gastronomie bezeichnet werden. Denn in der Wand zum Kinosaal wird ein Durchbruch gemacht und mit einer imposanten Tür versehen. Kinobesucher haben so die Möglichkeit, vor der Vorstellung noch einen Cocktail zu trinken oder nach der Vorstellung bei einem Bier über den Film zu reden.

 

Parallel zum Ausbau des Cafés läuft die Sanierung des Kinosaals. In seinem vorderen Bereich wurde der Teppich bereits gegen einen Tanzboden für die geplanten Tangonächte ausgetauscht. Jetzt soll auch der restliche Fußboden erneuert werden. Die Klappstühle werden durch neue, dunkelrote Sessel ersetzt. Erhalten bleiben das Klavier für den Einsatz an den Stummfilmabenden und die flexible Bühne für die Theater- und Musikaufführungen.

 

Seit 25 Jahren gehört Helgard Gammert das Kino - 25 Jahre in Folge hat sie Auszeichnungen durch das Bundesministerium des Inneren, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur und Filmboard Berlin-Brandenburg für erhalten. Dazu gehören für sie anspruchsvolle Filme ("für das Zehlendorfer Publikum") Dokumentarfilmreihen mit anschließender Diskussion, Kinderfilme und Schulkino, aber auch Sonderveranstaltungen wie Tanzunterricht, Kindertheater und Kunstgalerie.

 

Für einen ersten Themenabend - der Termin steht noch nicht fest - hat Uwe Wildenhayn schon eine Vorstellung: Es soll ein "Klezmer-Abend" werden mit jüdischer Musik und israelischen Spezialitäten.

 




Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf vom 12.4.2005


Bundesverdienstkreuz


Frau Helgard Gammert-Jakli erhielt am 12. April 2005 das Bundesverdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

 

Diese Ehrung kommt Frau Gammert-Jakli zuteil, weil sie seit 1979 das Bali-Kino in Zehlendorf mit großem persönlichen Engagement betreibt. Sie genießt große Wertschätzung in kulturellen Fachkreisen sowie bei altem und jungem Publikum.

 

Bezirksbürgermeister Herbert Weber hat Frau Gammert-Jakli im Rahmen einer Feierstunde im Gutshaus Steglitz den Orden überreicht.




Der Tagesspiegel vom 14.10.2005


Filmkunst am Bahnhof

Das Bali bietet großes Kino im kleinen Haus

 

Es hat nur einen Saal und wird von einer einzigen Frau betrieben: Das Bali-Kino am S-Bahnhof Zehlendorf gehört seit 25 Jahren Helgard Gammert. Im frisch renovierten Saal hängen noch Plakate der Filme, die sie im ersten Jahr spielte: Fellinis „Roma“, Buñuels „Der diskrete Charme der Bourgeoisie“, Orson Welles’ „Citizen Kane“, Charlie Chaplins „Modern Times“. Heute haben sie alle ihren Platz unter den besten Werken der Filmgeschichte.

 

Jahr für Jahr wird Helgard Gammerts Programm ausgezeichnet – vom Bundesinnenministerium, von der Bundesbeauftragten für Angelegenheiten der Kultur und Medien sowie dem Filmboard Berlin-Brandenburg. In den 70er Jahren war das Bali das politische Kino schlechthin. Manfred Salzgeber spielte provokative Filme, und Aktivisten wie Cineasten kamen aus ganz Berlin. Als viele Intellektuelle ins Visier der Terrorismus-Rasterfahndungen gerieten, musste Salzgeber nach Amsterdam.

Helgard Gammert war damals im Kommunalen Kino in Mannheim. „Nur du kannst mein Kino weiterführen“, sagte Salzgeber. Das tat sie mit geliehenem Geld und Hilfe des Senats.

 

Doch bald gab es auch andere anspruchsvolle Kinos in der Stadt. Helgard Gammert begann, Reihen zusammenzustellen – wie demnächst eine Europa-Reihe – oder Filme zu verknüpfen, die filmgeschichtlich miteinander zu tun haben. „Man muss etwas Besonderes machen, um die Zehlendorfer aus dem Haus zu locken“, sagt sie. Ins Bali kommen Besucher in einem unüblichen Altersschnitt zwischen 50 und 70.

 

Es gibt aber auch Kurzfilmnächte mit Studenten aus Babelsberg und Zehlendorfer Schülern, bei denen diese eigene Filme zeigen und darüber diskutieren. Außerdem stellt Helgard Gammert Filmprogramme für Schulen und Stiftungen zusammen. Und mit dem benachbarten Café & Restaurant Oscars veranstaltet sie Ausstellungen, Konzerte und Kindertheater.