KINO DER NACHBARN
*Eine Kooperation mit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Berlin, zum 10. Todestag von Andrzej Wajda am 09.10.2026.
Kurz vor dem napoleonischen Russlandfeldzug spielt die Handlung in den Jahren 1811 und 1812 in einem kleinen Ort in Litauen, das einst zu Polen gehörte und jetzt unter russischer Herrschaft steht. Zwei verfeindete Adelsfamilien vergessen ihren Zwist im gemeinsamen Kampf gegen die russischen Besatzungstruppen. Dabei findet der engagierteste Anwalt des antirussischen Widerstandes den Tod, gibt aber auf dem Sterbebett noch seine geheimnisvolle Identität preis. So sorgt er für die Versöhnung der verfeindeten Familien und gibt den Weg frei für die Verlobung seines Sohnes Tadeusz (Michal Zebrowski) mit Zosia (Alicja Bachleda-Curus). Pan Tadeusz schenkt seinen Leibeigenen die Freiheit.
Mickiewicz hat mit diesem Epos seiner litauischen Heimat ein Denkmal gesetzt. Auch Wajda ist in Litauen geboren. Nicht nur das verbindet ihn mit „Pan Tadeusz“, sondern vor allem die darin treffende Charakterisierung der polnischen Seele: „Trotz verschiedenster Qualen, Unterdrückung und Leid sind die Polen Menschen, die das Leben lieben und Talent zum Glücklichsein haben. Das hat Mickiewicz zu seiner Zeit so gesehen, und das hat sich bis heute nicht verändert.“ Und so entwirft Andrzej Wajda auch in diesem Film, der so nichts von einem Alterswerk, aber in gewissem Sinne von der Krönung einer bedeutenden Karriere hat, sinnliche Bilder von einer sonnendurchfluteten Natur, von fröhlichen Menschen und actionreichen Schlachten. Den wunderbaren Soundtrack komponierte der geniale Klassiker der polnischen Filmmusik Wojciec Kilar. Es sollte sich ein mutiger deutscher Verleih für diesen Film finden, der unbedingt die große Kinoleinwand braucht.
Quelle: Blickpunkt:Film
Im Original auf Polnisch mit deutschen Untertiteln.